DXF-Formate im Überblick: Versionen von R12 bis 2018, DWG, AAMA und ASTM

Stand 5 Min. Lesezeitvon Maik Menzel

Schreibtisch mit Laptop, auf dem eine CAD-Kontur zu sehen ist, daneben flache Blechteile und ein Stoff mit einem Papierschnittmuster

Kurz gesagt

DXF gibt es in vielen Versionen, die den AutoCAD-Versionen folgen. Für Laser, Plasma und Wasserstrahl ist meist R12 oder 2000 die sicherste Wahl, weil fast jede Software sie liest. DWG ist das eigene Format von AutoCAD und an der Maschine seltener lesbar. DXF-AAMA und DXF-ASTM sind Varianten für Schnittmuster in Bekleidung und Polsterei: Sie legen fest, auf welchem Layer Kontur, Knipse und Fadenlauf liegen.

Ein Name, viele Versionen

DXF steht für Drawing Exchange Format. Autodesk hat es 1982 mit der ersten AutoCAD-Version eingeführt, damit Zeichnungen zwischen Programmen ausgetauscht werden können. Seitdem wächst das Format mit AutoCAD mit: Jede größere Version hat neue Elemente gebracht, und gespeichert wird immer in einer bestimmten Fassung. Welche das ist, steht im Kopf der Datei als Kennung, zum Beispiel AC1009 für R12.

VersionKennungWas dazukam oder wofür sie taugt
R12AC1009Kleinster gemeinsamer Nenner. Kennt noch keine Splines, Ellipsen und leichten Polylinien. Liest fast jede Steuerung und jedes Nesting-Programm.
R14AC1014Leichte Polylinien (LWPOLYLINE), kompakter und heute der Normalfall für Konturen.
2000AC1015Weit verbreitet, von den meisten CAM-Programmen gelesen. Gute Wahl, wenn R12 nicht ausreicht.
2004 bis 2013AC1018 bis AC1027Zwischenstufen. Ab 2007 werden Texte in UTF-8 gespeichert, Umlaute bleiben dann zuverlässig erhalten.
2018AC1032Aktuelle Fassung der AutoCAD-Linie. Nicht jede ältere Maschinensoftware kann sie öffnen.

Welche Version braucht Ihre Maschine?

Die verlässlichste Antwort steht im Handbuch der Anlage oder kommt vom Zuschnittbetrieb. Wenn beides nicht greifbar ist, hilft eine einfache Regel: Je älter die Steuerung, desto eher R12. Moderne Nesting-Software liest auch neuere Versionen, ältere Plasmaanlagen und manche Schneideplotter dagegen nicht.

  • Unbekannte oder ältere Maschine: DXF R12.
  • Aktuelle CAM- oder Nesting-Software: DXF 2000 oder neuer, wenn nichts anderes verlangt ist.
  • Datei soll im CAD weiterbearbeitet werden: die Version, die das Programm des Empfängers öffnen kann, oder gleich DWG.
Bedienfeld einer älteren Schneidanlage mit kleinem einfarbigem Bildschirm und Drucktasten
Ältere Steuerungen lesen oft nur DXF R12. Eine Datei in neuerer Version lädt dann gar nicht oder nur teilweise.

Was beim Speichern als R12 passiert

R12 kennt manche Elemente nicht, die neuere Programme selbstverständlich verwenden. Beim Speichern rechnet das CAD sie deshalb um. Das ist meist unproblematisch, sollte aber bekannt sein:

  • Splines und Ellipsen gibt es in R12 nicht. Sie werden in Polylinien aus vielen kurzen Stücken umgewandelt. Die Form bleibt erhalten, die Kontur besteht danach aber aus kleinen Geraden.
  • Leichte Polylinien werden zu klassischen Polylinien mit einzelnen Eckpunkten. Für die Maschine ändert sich nichts, die Datei wird etwas größer.
  • Echte Kreise und Bögen bleiben erhalten. Deshalb lohnt es sich, Bohrungen und Radien als Kreise und Bögen zu zeichnen statt als Freiform.
  • Ältere Versionen speichern keine verlässliche Angabe zur Einheit. Die Maschine nimmt dann ihre Voreinstellung an, meist Millimeter. Prüfen Sie nach dem Einlesen ein Maß.

ASCII oder binär

DXF lässt sich als lesbarer Text (ASCII) oder in einer kompakten Binärform speichern. Die Binärform ist kleiner und schneller, wird von Maschinen- und Nesting-Software aber selten unterstützt. Für den Zuschnitt ist ASCII-DXF die richtige Wahl. Ein Vorteil nebenbei: Eine ASCII-Datei lässt sich zur Not mit jedem Texteditor öffnen und prüfen.

DXF oder DWG?

DWG ist das eigene Speicherformat von AutoCAD. Es ist kompakter und enthält alles, was eine Zeichnung ausmacht. Das Format ist allerdings nicht offen dokumentiert, und viele Maschinen- und CAM-Programme lesen es nicht. DXF ist offen beschrieben und genau für den Austausch gedacht. Für die Maschine ist DXF deshalb fast immer die bessere Wahl, für die Weiterarbeit im CAD oft DWG.

DXF-AAMA und DXF-ASTM: DXF für Schnittmuster

In Bekleidung, Polsterei, Autoinnenausstattung oder im Segelbau werden Schnittteile zwischen CAD-Systemen und Cuttern ausgetauscht. Ein normales DXF beschreibt nur die Kontur. Ein Schnittmuster braucht mehr: Knipse als Passzeichen, den Fadenlauf, Bohrmarken, Nahtlinien, die Bezeichnung des Teils und oft alle Größen eines Modells. Dafür gibt es zwei festgelegte Varianten.

  • DXF-AAMA wurde von der American Apparel Manufacturers Association festgelegt. Jedes Schnittteil steht als eigener Block in der Datei, und jede Information hat einen festen, nummerierten Layer, zum Beispiel Layer 1 für die Außenkontur.
  • DXF-ASTM ist die als Norm festgeschriebene Fassung (ASTM D6673). Aufbau und Idee sind ähnlich, die Regeln sind genauer gefasst.
  • Beide gibt es mit Gradierung, also mit allen Größen eines Schnitts in einer Datei.
  • Programme wie Gerber AccuMark, Lectra oder Optitex lesen und schreiben beide Formate. Welche Variante ein Cutter erwartet, steht in seiner Dokumentation.
Automatischer Cutter schneidet Schnittteile aus einer Stofflage
Cutter für Stoff und Leder arbeiten häufig mit DXF-AAMA oder DXF-ASTM, weil darin mehr steckt als die Kontur.

DXFwerk liefert schnittfertige DXF-Dateien für Laser, Plasma, Wasserstrahl, Schneideplotter und Fräse: eine saubere Kontur auf einem Layer. Schnittmuster im Format AAMA oder ASTM mit Gradierung, Knipsen und Fadenlauf erstellen wir nicht. Dafür sind Schnittkonstrukteure mit Bekleidungs-CAD die richtigen Ansprechpartner.

Formate, die oft verwechselt werden

FormatWas es istFür den Zuschnitt
DXF2D- und 3D-Zeichnung zum AustauschStandard für Laser, Plasma, Wasserstrahl und Fräse
DWGEigenes Format von AutoCADNur, wenn die Software es ausdrücklich liest
PLT / HPGLSteuerbefehle für Plotter, keine ZeichnungBei manchen Schneideplottern statt DXF
SVGVektorgrafik aus dem GrafikbereichEher für Grafik und Werbetechnik, Maßstab prüfen
STEP3D-ModellFür Fräsen und Abkanten, nicht für 2D-Zuschnitt

Wann es sich lohnt, die Datei machen zu lassen

Eine vorhandene Zeichnung in einer anderen DXF-Version zu speichern, ist mit jedem CAD-Programm schnell erledigt. Schwieriger wird es, wenn nur ein Foto, eine Skizze oder ein PDF vorliegt, oder wenn eine Datei aus einem Konverter kommt und die Maschine sie nicht sauber liest.

Dann konstruieren wir die Kontur neu und liefern sie in genau der Version, die Ihre Maschine erwartet, auf Wunsch auch als DWG, ohne Aufpreis. Einfache Teile gibt es ab 49 € zzgl. USt., den Festpreis nennen wir Ihnen vor Beginn.

Häufige Fragen

Welche DXF-Version soll ich für den Laser verwenden?

Die, die Ihre Maschine oder Ihr Zuschnittbetrieb angibt. Ohne Angabe ist R12 die sicherste Wahl, weil sie fast jede Software lesen kann. Moderne Nesting-Programme kommen auch mit 2000 oder neuer zurecht.

Geht beim Speichern als R12 etwas verloren?

Splines und Ellipsen werden in Polylinien aus kurzen Stücken umgewandelt. Linien, Bögen und Kreise bleiben unverändert. Für den Zuschnitt reicht das in aller Regel.

Was ist der Unterschied zwischen DXF-AAMA und DXF-ASTM?

Beide sind DXF-Varianten für Schnittmuster mit festgelegten Layern für Kontur, Knipse, Fadenlauf und Bohrungen. ASTM ist die als Norm (ASTM D6673) festgeschriebene Fassung mit genauer gefassten Regeln. Welche ein Cutter braucht, steht in seiner Dokumentation.

Kann ich eine DWG-Datei direkt an die Maschine geben?

Nur, wenn deren Software DWG ausdrücklich liest. Sicherer ist es, die Zeichnung als DXF zu speichern. Das geht in jedem CAD-Programm, das DWG öffnen kann.

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